Einfache und sinnvolle Möglichkeiten zum Geld sparen in der Schweiz

Wir leben in einem der teuersten Länder der Welt. Die Lebenshaltungskosten sind europaweit am höchsten in der Schweiz. Dennoch sind die Löhne auch sehr hoch, was viel Potential zum Sparen gibt. Generell lohnt sich Geld sparen rein rechnerisch betrachtet deutlich mehr, als die gleiche Summe zusätzlich auf dem Gehaltscheck zu haben. Mehr Gehalt bedeutet schliesslich gleichzeitig mehr Steuern und auch Sparpotentiale wie z.B. eine Verbilligung der Krankenkassenprämie können entfallen.

Unterm Strich ist es jedem empfohlen die Ausgaben im Griff zu behalten, wofür man nicht gleich vollständig frugal leben muss oder viel Zeit investieren muss. Häufig lohnt es sich gewisse Ausgaben zu prüfen oder durch kleine Gewohnheiten im Alltag Geld zu sparen.

Wir haben hier einige Tipps aufgelistet, bei denen es nicht darum geht jeden Rappen auszuquetschen, sondern sinnvoll und ohne grosse Einschränkungen Geld zu sparen.

Geld sparen beim Einkaufen im Supermarkt

Beim Einkaufen für den täglichen Bedarf gibt es zahlreiche Sparmöglichkeiten. Hierfür lässt sich wohl eine nahezu endlose Liste an Spartricks aufstellen. Die einfachsten bzw. die wichtigsten Punkte sind hierbei:

Den Einkauf planen

Der gute alte Einkaufszettel sorgt dafür Lebensmittel und Haushaltsprodukte besser vorauszuplanen. Allein hierdurch wird deutlich gespart. Wichtig ist auch, dass man sich nicht von Angeboten leiten lässt, sondern nur das einkauft, was auf dem Plan steht.

Empfehlenswert ist hierfür die App Bring! aus Zürich. Der Einsatz einer App kann auch problemlos das Einkaufen in einem Haushalt koordinieren, wodurch sichergestellt wird, dass Wichtiges nicht vergessen wird zu kaufen.

Einkauf im Ausland

Ein Luxus, den wohl hauptsächlich die Schweizer haben sind die tieferen Preise im nahegelegenen Ausland. Die meisten Produkte sind in Deutschland, Österreich, Italien oder Frankreich deutlich günstiger. Beachten muss man hierbei jedoch Zölle und Einfuhrgrenzen. Positiv ist zudem auch die Möglichkeit der Mehrwertsteuerrückerstattung. Wer also keinen Aufwand scheut, spart hierbei einiges.

Im Ausland mit der Kreditkarte immer in der Landeswährung bezahlen

Welcher Schweizer kennt diese Frage nicht:

Wollen Sie in Euro oder in Schweizer Franken bezahlen?

Wenn mann nachfrägt, was denn vorteilhafter ist, bekommt man meist ein Schulterzucken zurück. Vermutlich wissen die Verkäufer aber häufig selbst nicht genau Bescheid.

Wer in Schweizer Franken bezahlt, sieht sofort den genauen Betrag, der am Ende von der Kreditkarte abgebucht wird. Das mag zwar ein Vorteil sein, allerdings werden hierfür häufig Gebühren (i.d.R. bis zu 3% vom Verkaufspreis) fällig.

Es empfiehlt sich also immer in der entsprechenden Landeswährung zu bezahlen.

Eigene Einkaufstüte/Körbe mitnehmen

Hierbei schont man nicht nur die Umwelt, sondern auch noch den Geldbeutel. Zwar sind die Tüten in schweizer Supermärkten günstig oder teilweise sogar umsonst, den ein oder anderen Franken spart man dabei aber wirklich. Ausserdem landet die Tüte nach dem Einkauf nicht wieder im Müll.

Verstehen wie Regale konzipiert sind unser Einkaufsverhalten zu beeinflussen

Supermärkte wissen, wo Produkte platziert werden müssen, damit sie häufiger verkauft werden. Es ist davon auszugehen, dass diejenigen Produkte mit den grössten Margen im Sichtbereich sind. Günstig sind die Produkte in der sogenannten Bück- und Streckzone. Wer also weit unten oder oben im Regal schaut, findet häufig günstige Alternative. Ausserdem richten sich Supermärkte an Rechtshänder, wodurch günstigere Produkte meist Links zu finden sind.

Geld Sparen beim Online Shopping

Cashback auf Online Einkäufe erhalten

Viele Online Shops geben Provisionen an Partner durch vermittelte Käufe. Hierdurch entstand das Geschäftsmodell, einen Teil der Provision an die Kunden weiterzugeben.

Was im Ausland schon seit langem praktiziert wird, gibt es seit ein paar Jahren auch in der Schweiz.

Rabattcorner ist hier die grösste Plattform, die diesen Service anbietet.

Der Vorgang ist ganz einfach: Man registriert sich bei Rabattcorner, kauft wie gewohnt bei einem Online Shop ein und erhält (insofern dieser beim Partnerprogramm mitmacht) eine Provision ins Konto bei Rabattcorner. Sobald der Kontostand 20 CHF beträgt, wird er dann automatisch ausbezahlt.

Mit dabei sind viele bekannte Shops oder Dienstleister, wie die Swiss Airline (1%), About You (10%) oder PKZ (3%).

Von Schnäppchenportalen und Deals profitieren

Wer von Schnäppchen profitieren will sollte regelmässig Schnäppchenportale anschauen. Mittlerweile gibt es auch in der Schweiz wirklich gute Anbieter, die es ermöglichen viel Geld zu sparen.

Der Nachteil dieser Plattformen ist natürlich, dass selten gerade das Produkt nach dem man sucht im Angebot ist. Wer also beispielsweise einen neuen Fernseher anschaffen will, sollte für einige Zeit die Schnäppchenportale beobachten, bis ein passender Deal verfügbar ist. Die meisten der Portale haben bieten auch Newsletter an, bei denen man natürlich beachten sollte nicht durch die Vielzahl der Angebote in einen Kaufrausch zu fallen.

Gute Anbieter in der Schweiz sind:

ferienpiraten.ch: Die Schweizer Version vom deutschen Urlaubspiraten. Hier finden sich, wie der Name vermuten lässt zahlreiche Deals für Reisen.

QoQa: Auf QoQa finden sich immer wieder zahlreiche (teils wirklich sehr gute) Deals aus den verschiedensten Bereichen. Dies können vergünstigte Sunrise-Abos sein, oder hochwertige Regenschirme.

DeinDeal: Die Shoppingplattform bietet Deals aus den verschiedensten Bereichen. Vor allem für lokale Dienstleistungen ist die Plattform bekannt, die von den Anbietern als Marketingkanal genutzt wird.

Preispirat: Vor allem für Elektronikdeals ist Preispirat zu empfehlen, welches die besten Deals (von verschiedensten Anbietern) listet. Preispirat verkauft hierbei nichts selbst, sondern bewirbt lediglich die Angebote.

Lebensmittel aus Restaurants und Supermärkten retten und dabei nur einen Bruchteil bezahlen

Restaurants und Supermärkte sind immer wieder gezwungen Essen, welches sie vor Ladenschluss noch übrig haben, wegzuschmeissen. Um dieser Verschwendung entgegenzuwirken wurde toogoodtogo entwickelt.

Das Konzept ist einfach: Läden die Produkte übrig haben können diese rabattiert auf der App von toogoodtogo zur Verfügung stellen und Kunden können diese dann (meist zu Randzeiten) abholen.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter in der Schweiz, die mitmachen. Auch Grössen wie Coop, Migros oder Manor sind dabei und nicht nur Essen sondern beispielsweise auch Blumen lassen sich davor bewahren weggeschmissen zu werden.

toogoodtogo

Überblick für Ausgaben und Einnahmen im Haushalt verschaffen

Es ist ratsam die eigene finanzielle Situation zumindest grob überschauen zu können. Wer weiss wo sein Geld hinfliesst kann gut einschätzen, wo es sich überhaupt lohnt zu optimieren.

Die meisten Online Banking Angebote bieten hierfür automatisiert Übersichten, welche weit davon entfernt sind perfekt zu sein, aber ein ungefähres Bild bereitstellen können. Wer es genauer wissen will muss Buch führen, wofür es heutzutage zahlreiche Apps gibt.

Beispiele sind:

Das kontinuierliche Eintragen von Ausgaben kann zwar lästig sein (dies ist wohl eher für hartgesottene Sparer gedacht) bringt aber den grossen Vorteil, dass sich das persönliche Verhalten zum Geld ausgeben automatisch verändern wird. Wer Ausgaben einträgt und stetig ersichtlich hat wird über viele Anschaffungen auch mehr nachdenken und vermutlich das ein oder andere Produkt erst gar nicht kaufen.

Unnötige Verträge / Abos kündigen

Es ist kein Wunder, dass Abo-getriebene Geschäftsmodelle Unternehmen riesige konstante Umsätze bescheren. Hiervon profitieren Netflix, Swisscom oder Salt. Diese Anbieter verlieren Kunden nur selten, weil das Wechseln oder kündigen häufig mühsam ist. Ausserdem sehen die Beträge die monatlich vom Konto abgebucht werden klein aus. Betrachtet man jedoch, wie hoch die jährlichen Kosten der Abos sind, wird schnell klar, dass sich das Wechseln oder Kündigen bei vielen Verträgen lohnt.

Unsere Tipps:

  • Verschaffen Sie sich eine Übersicht aller laufenden Verträge. Hierunter fallen: Streaminganbieter (z.B. Netflix), APP-Abos (Apple und Google Play bieten eine Übersicht über laufende Abos), Versicherungen, Zeitschriften, Handy, Internet etc.
  • Kündigen Sie Angebote, die Sie nicht mehr benötigen sofort
  • Stellen Sie alle Abos, die Sie regelmässig nutzen in Frage und prüfen Sie, ob Sie wirklich ein gutes Angebot haben. Falls nicht: Wechseln Sie den Anbieter!
  • Nutzen Sie Familienabos anstelle von teuren Einzelabos und teilen Sie die Kosten. Dies ist vor allem bei vielen Online-Diensten wie z.B. Spotify oder Netflix sinnvoll

Cumulus- und Superpunkte sammeln

In der Schweiz gibt es wohl kaum jemanden, der auf Migros oder Coop vollständig verzichtet. Beide Genossenschaften bieten Treueprogramme, welche für jeden Franken einen Punkt gutschreiben.

Für Cumulus-Punkte und die Supercard gibt es jeweils APP’s, welche aktuelle Aktionen aufzeigen. Diese zeigen auch den aktuellen Punktestand und ermöglichen es die Punkte in Einkaufsguthaben umzuwandeln.

Unsere Empfehlung ist klar nicht das Konsumverhalten auf Basis aktueller Aktionen anzupassen (dabei spart man selten etwas), sondern bei einer Aktion nur dann zuzuschlagen, wenn man das Produkt sowieso kaufen wollte. Auch Aktionen welche es ermöglichen ab einem bestimmten Einkaufsbetrag einen Punktebonus zu erhalten, sollten nicht dazu führen, das man zwanghaft versucht diesen Mindestbetrag zu erreichen.

Ein einfacher Trick ist in der App die Aktionen zu aktivieren, bei denen man ggf. teilnimmt. Kauft man bspw. sowieso häufig im Coop ein, so kann man einfach auf die schnelle Bons aktivieren und profitiert beim Einkauf automatisch. Es reicht aus, einmal die Woche kurz die App aufzurufen und die Bons schnell durchzuklicken. Leider ist es aber nicht möglich einfach alle Aktionen zu aktivieren (Coop hat ein Limit von 10 Bons die gleichzeitig aktiv sein dürfen.

Coop Supercard App

Miete sparen durch eine Mietzinsreduktion

Tatsächlich ist es durch die tiefen Zinsen der letzten Jahre häufig möglich eine Mietzinsreduktion durchzubringen. Dem Vermieter macht man hiermit allerdings keine grosse Freude, weshalb beim Erfolg häufig die Nebenkosten erhöht werden.

Wer Mitglied beim Mieterverband ist, sollte sich definitiv vorher an diesen wenden. Dort finden sich auch weitere Informationen zum Thema.

Es empfiehlt sich genau zu prüfen ob die Möglichkeit besteht und wieviel dabei tatsächlich gespart werden kann. Weitere Informationen zur Mietzinsreduktion.

Steuern sparen mit der Säule 3a

Letztendlich gibt es viele verschiedene Möglichkeiten zur Altersvorsorge. Kaum eine ist jedoch so effektiv wie die Säule 3a. Wer Geld in seine Säule 3a einzahlt, kann den eingezahlten Betrag von den Steuern abziehen. Hierdurch erhält man faktisch Geld geschenkt vom Staat. Selbstverständlich gibt es dabei Maximalbeträge, für Angestellte sind es bspw. im Jahr 2019 6826 CHF. Anbieter gibt es dabei eine Vielzahl und mittlerweile ist das aufsetzen eines 3a-Kontos auch wirklich einfach und unbürokratisch.

Dinge die man nicht mehr benötigt sofort verkaufen

Durch Plattformen wie tutti oder Ricardo ist es heutzutage einfacher denn je Sachen zu verkaufen die man nicht mehr benötigt. Hierunter fallen häufig Spielsachen, der alte Laptop oder auch Haushaltsgeräte, die sowieso nur Platz wegnehmen.

Vor allem bei elektronischen Geräten empfiehlt es sich diese so schnell wie möglich zu verkaufen, weil diese über die Zeit enorm an Wert verlieren.

Bei der Auswahl der Verkaufsplattform sollte man sich im Vorfeld informieren, welche Kosten dabei auftreten. Auf tutti lassen sich bspw. Inserate gratis schalten, während Ricardo dies zwar auch ermöglichst, im Fall des Verkaufs jedoch eine „Erfolgsprovision“ einfordert.

Überprüfen Sie immer wieder Möglichkeiten Ihr Einkommen zu erhöhen

Das generelle Problem beim Sparen ist folgendes: Es gibt ein Limit!

Ihr Einkommen kann kann hingegen (rein theoretisch) ins Unendliche steigen. Nutzen Sie also immer wieder Chancen für Lohnerhöhungen oder versuchen Sie Geld nebenbei zu verdienen.

Wer seinen finanzielle Situation nachhaltig verbessern möchte muss schliesslich Einnahmen und Ausgaben optimieren.


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .